Startschuss für die gemeinsame Initiative
"Zukunft der Bildung in Deutschland" beim 60jährigen Jubiläum
Eröffnung der Bildungsinitiative
Nicht nach hinten sondern nach vorne zu blicken,
dass war unsere Botschaft zum 60-jährigen
Jubiläum des Zusammenschlusses der Evangelischen
Akademien, letzten Donnerstag in Berlin.
Das Thema "Zukunft der Bildung in Deutschland" stand im Mittelpunkt der Veranstaltung und wird auch in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle für die Evangelischen Akademien spielen. So jedenfalls hatten es Vorstand und Mitgliederversammlung der Evangelischen Akademien im Verlauf des Jahres entschieden. Bei der Mitgliederversammlung im Herbst in Neudietendorf wurde dann auch einstimmig beschlossen, mit der 60-Jahrfeier in Berlin den Auftakt für eine entsprechende bundesweite Initiative aller Akademien zu setzen.
Eingerahmt war die Veranstaltung durch die Tagung mit dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, bei der wir mit Gesprächspartnern in den Ministerien für Bildung und Forschung, dem Wirtschafts- und Sozialministerium, dem Innenministerium, dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und schließlich dem Bundeskanzleramt ebenfalls Fragen der Zukunft von Bildung und Gesellschaft besprachen.
Nach entsprechenden Presseankündigungen hatten wir vor dem Jubiläum die Presse ins Haus der Berliner Pressekonferenz eingeladen, um über die Bildungsinitiative der Akademien zu berichten. Auf dem Podium saßen der Vorstandsvorsitzende der EAD, Dr. Fritz Erich Anhelm, Generalsekretär Dr. Franz Grubauer und der Wittenberger Akademiedirektor Stephan Dorgerloh. Neben Einzelmedien meldeten vor allem die evangelische Nachrichtenagentur epd, aber auch der Nachrichtendienst der Katholiken, die kna, das Vorhaben. Mit dem epd arbeiten mehr als die Hälfte der deutschen Tageszeitungen, alle überregionalen Zeitungen sowie eine Vielzahl mittelgroßer, regionaler und lokaler Blätter.
Bei der Jubiläumsveranstaltung stand das Bildungsthema ebenfalls im Zentrum. So in der Andacht zum Anfang und in der auf Maßstäbe des protestantischen Bildungsverständnisses gerichteten Podiumsdiskussion mit ehemaligen Direktoren und dem Pädagogen Hartmut von Hentig.
Mit einem Vortrag zum Zukunftspanorama von Bildung und anschließenden Plädoyers aus dem Bildungs- und Sozialsystem, der Wirtschaft und der Kirche wurde dieser Bogen weiter gespannt.
Auch der musikalische Beitrag mit Orgelmusik und einer Jazzformation folgte dem Thema, indem sie die Zuhörer auf eine Reise durch die Musikgeschichte mitnahm.
|
|
Am Ende sorgte die "Weltküche", eine Sebsthilfeinitiative von Migranten, für das leibliche Wohl beim abschließenden Buffet im blauen Saal im Kirchenhaus in der Charlottenstraße und damit für angeregte Gespräche und freudige Wiederbegegnungen.
Bei den Reden und Plädoyers selbst wurden die Gäste inhaltlich mit den Problemstellungen konfrontiert, die die bekannten Prognosen aus jeweiliger Perspektive pointierten.
Mit einem Bildungssystem, das sich der rasanten gesellschaftlichen Entwicklung nicht angepasst hat, stehen wir morgen vor einem Qualifikationsdefizit, das schwieriger zu bewältigen sein wird als das Problem des so genannten "Bildungsnotstandes" in den 60er Jahren nach dem Sputnikschock. Bis zu einem Drittel der Jugendlichen erhalten im Bildungssystem keine Qualifikation für die Berufsausbildung. Im dualen System werden mittlerweile weniger Jungendliche ausgebildet als in den vom Sozialsystem finanzierten Maßnahmen unterhalb formaler Berufsbildungsgänge, des so genannten "Übergangssystems". Die Bildungsschere in der Bevölkerung geht auseinander, Kinder aus Migrantenfamilien erreichen nur selten die Universitäten, Hochschulen werden wieder zu Selbstrekrutierungsanstalten für Akademikerfamilien und es ist absehbar, dass gesellschaftliche Spannungen wachsen werden.
|
|
|
Die Reaktionen auf unseren Impuls zeigten, dass wir mit einer gebündelten Initiative, die sich vornimmt die unterschiedlichen Akteure und Teilsysteme zusammen zu bringen, auf dem richtigen Weg sind.
Die "Zukunft der Bildung" ist anerkannter Maßen für Deutschland eine existentielle Herausforderung. Aber gerade wegen unseres protestantischen Bildungsverständnisses muss diese Frage für uns im Zentrum stehen. Auch wenn die politischen und ideologischen Positionen der Akteure festgefahren scheinen und Begrenzungen durch die Länderhoheit in Bildungsfragen vorhanden sind, öffnet sich ein Zeitfenster, um mit allen Beteiligten neue Wege zu verabreden und neue Verbindungen zwischen isolierten Teilsystemen zu finden.
Mitgliederversammlung, Vorstand, Geschäftsstelle und Akademien vor Ort müssen nun nach dieser Ansage überlegen, wie ein effektiver Strategieplan für die kommenden zwei Jahre aussehen müsste. Dabei wird zunächst zu sichten sein, was in den Akademien bereits geplant ist und zu recherchieren, welche Netze und Initiativen innerhalb der Akademien wie auch außerhalb zur Bildungsproblematik bereits vorhanden sind. Bereits bei der Mitgliederversammlung im Herbst 2007 wurde beschlossen, ein hochrangiges und prominent besetztes Beratungsgremium zu bilden, das den geplanten Diskursprozess unterstützt. Aus alledem wird dann sicherlich ein Akademie-Diskurs entstehen, der einen guten Beitrag zur Lösung der Zukunftsfragen des Bildungsproblems leisten wird. Wir von der Geschäftsstelle freuen uns darauf, mit Ihnen und Euch gemeinsam die nächsten konkreten Schritte zu gehen.
Auftakt in Berlin
250 Gäste kamen aus dem ganzen Bundesgebiet nach Berlin, aus den Studienleitungen und Verwaltungen, aus Kuratorien, Konventen und Freundeskreisen; aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Medien und Wissenschaften und von vielen befreundeten Organisationen, Werken und Verbänden der Evangelischen Kirche und der Zivilgesellschaft.
|
|
Über das insgesamt sehr positive Feedback zur Veranstaltung und vor allem die harmonische und gelöste Stimmung haben wir uns sehr gefreut. An dieser Stelle herzlichen Dank an alle die dabei waren und dazu beigetragen haben! Dass wir uns bei der Veranstaltung ganz auf das Zukunftsthema "Bildung" konzentrieren konnten, haben wir auch der freundlichen Zusammenarbeit mit Chrismon zu verdanken, die in ihrem neunseitigen Titelartikel der Novemberausgabe viel Historisches, aber auch Aktuelles ihren 940.000 Leserinnen und Lesern vermittelt haben.
Probehefte der Chrismon lagen bei der Veranstaltung aus. Wir haben auch diese Woche noch mehrere Hefte an alle Akademien verschickt. Ansonsten können Sie den Artikel auch in der ausführlichen Version auf der
Chrismon Seite lesen.
Dokumentation der Auftaktveranstaltung in Berlin mit Beiträgen von Franz Grubauer, Fritz Erich Anhelm, Rüdiger Sachau, Jutta Allmendinger, Randolf Rodenstock, Michael Vassiliadis, Christoph Makschies und Christoph Kähler:
> download (pdf-Datei, 40 Seiten)
Für alle die am Donnerstag dabei sein konnten und für die, die das leider nicht mit ihren beruflichen Pflichten verbinden konnten, haben wir im Folgenden ein paar "Blitzlichter" zusammengestellt, die einen Eindruck vermitteln sollen.
Weitere Bilder in der
Galerie
Fotos: Andreas Schoelzel, www.schoelzel.net




















